do-it.regional
Das Impulsprogramm do-it.regional war eine Initiative des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg, das von 2004-2007 23 gemeinnützige IT- und Medienprojekte förderte. Die Projekte wurden von einer Jury im Rahmen eines Ideenwettbewerbs 2004 ausgewählt. Konzipiert wurde das Programm von der MFG Baden-Württemberg, der Innovationsagentur des Landes für IT und Medien, die auch mit der Betreuung des Programms beauftragt wurde. Für die Projekte standen 4 Millionen Euro Fördergelder zur Verfügung. Die Kofinanzierung durch das Land betrug je Projekt 50%.
Ziele des Impulsprogramms
- Stärkung der Attraktivität und Konkurrenzfähigkeit des ländlichen Raums
- Stärkung der IT- und Medienkompetenz der Bevölkerung im ländlichen Raum
- Beitrag zur Strukturverbesserung des ländlichen Raums
- Reduzierung entfernungs- und infrastrukturbedingter Nachteile ländlicher Gebiete durch netzgestützte Kommunikationsangebote
- Förderung des Anschlusses ländlicher Regionen an die globale Vernetzung
- Einbindung jener Gruppen, die bislang nur wenig Kontakt zu den neuen Medien hatten, wie Senioren, Behinderte oder sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen
- Entwicklung neuer Chancen auf dem Arbeitsmarkt durch Angebot von eLearning Kursen und Telearbeit
Besonders erwähnenswerte Projekte
Von den 23 ausgewählten sind die folgenden Projekte aufgrund ihres innovativen und zukunftsweisenden Ansatzes besonders erwähnenswert:
1. Cyber Mentor
Ziel des E-Mentoring Programms war es, das Interesse von Mädchen aus dem ländlichen Raum an naturwissenschaftlichen Fächern und Berufen zu stärken. Hierfür wurden den Mentees Mentorinnen aus dem MINT-Bereich zugewiesen. Die Kommunikation erfolgte vorwiegend online per Email, über die Projektwebseite, Online-Foren sowie über die monatlich erscheinende Onlinezeitschrift „Cybernews“. Dieser Ansatz gilt als besonders innovativ, da online-mentoring bislang kaum verbreitet ist.
Darüber hinaus wurde ein Online-Kurs und Webeditor entwickelt, mit dem die Schülerinnen innerhalb der CyberMentor Community lernen konnten, Webseiten zu erstellen. Im Rahmen persönlicher Treffen konnten die Mentees ihre Mentoren auch persönlich kennen lernen sowie einen guten Einblick in deren Arbeit erhalten.
Die Onlinemedien wurden sehr intensiv von den Mentees und Mentoren genutzt. In den zwei Projektjahren wurden über 10.000 Emails verschickt und 5.500 Beiträge in das Forum auf der Projektwebseite gestellt. Aufgrund der großen Akzeptanz wird versucht, die E-Mentoring Plattform fortzusetzen.
http://www.cybermentor.de/
2. Gemeinderat auf Draht
Ziel des von der Stadtverwaltung Mössingen initiierten Projekts war die Information kommunalpolitischer Akteure über eGovernment sowie die Vermittlung des für die verstärkte Nutzung von eGovernment Prozessen erforderlichen IKT-Wissens.
Die Weiterbildungskurse wurden in Form von Blended Learning Kurse angeboten. Hierfür wurden spezielle Lernmodule mit eigenem curriculum vitae entwickelt.
Im Projektverlauf zeigte sich, das Berührungsängste mit IKT weiterhin bestehen und der Informationsbedarf in der Gesellschaft immer noch sehr groß ist. Die Methode der Blended Learning Kurse wurde von den Teilnehmern durchweg positiv bewertet. Reine Onlinekurse wurden als nicht effektiv betrachtet. Das Kursangebot soll im Rahmen des regionalen Online-Netzwerks TREWIRA Neckar-Alb fortgeführt werden.
http://www.gemeinderat-auf-draht.de/
3. Teleakademie Schwarzwaldbauern
Ziel dieses Projekts war die Vermittlung von Bergbauer-Kenntnissen an Hofnachfolger im Schwarzwald. Auch hierbei wurde die Methode der Blended Learning Kurse gewählt. Das speziell für Schwarzwaldbauern in Zusammenarbeit mit der Hochschule Furtwangen entwickelte Kursmaterial ist bislang weltweit einmalig. Die Flexibilität des Onlineangebots wurde von den Teilnehmern sehr geschätzt. Für die Betreiber der Internetplattform war von Vorteil, dass das Lernmaterial leicht ergänzt und aktualisiert werden kann.
Für diese innovative Idee wurde das Projekt mit dem Weiterbildungsinnovationspreis des Bundesinstituts für Berufsbildung ausgezeichnet. Die Weiterführung des Online-Angebots ist aufgrund des ehrenamtlichen Engagements zunächst gesichert.
http://olsp.tele-ak.fh-furtwangen.de/olsp/swb/content/index_ger.html
4. sha-z
Ziel von sha-z war es, das berufliche Weiterbildungsangebot im ländlichen Raum auszuweiten und die IKT-Kenntnisse in der breiten Bevölkerung zu verbessern. In vier neu gegründeten Akademien besuchten 4.330 Teilnehmer 539 Kurse zu EDV sowie betriebswirtschaftlichen Themen. Der hohe Bekanntheitsgrad der Weiterbildungskurse in der Region war der positiven Mund-zu-Mund Propaganda zu verdanken wie auch einer breit angelegten Marketingstrategie. Die Kurse waren reine Offline-Kurse. Über die Internetseite konnten sich die Teilnehmer und Interessenten über die Weiterbildungskurse informieren.
Das Projekt verdeutlichte zudem, dass der Bedarf an Bildungsangeboten in der Region noch nicht gedeckt ist. Die gut ausgestatteten Schulungsräume sollen daher auch künftig Kurse zu günstigen Preisen im Bereich IKT für die Bevölkerung anbieten.
http://www.sha-z.de/
5. near-by
Das Jugendbildungsprojekt near-by hatte sich zum Ziel, gesetzt im Rahmen von Workshops, lokalen Redaktionen und des Kulturportals www.near-by.de die kreative Medienkompetenz von Jugendlichen zu entwickeln und zu stärken. Das Projekt beschränkte sich auf die Region des südlichen Oberrheins. Im Rahmen von Workshops, die in Jugendhäusern angeboten wurden, erlernten die Jugendlichen die erforderlichen Grundtechniken zum Schreiben von journalistischen Texten oder zur Produktion von Filmen und von Podcasts. Neben diesem Offline-Angebot konnten sich die Jugendlichen auf einer Übungsseite des Kulturportals im Online-Journalismus üben. Das Webportal wurde zudem als Kommunikationsplattform zwischen den Jugendlichen genutzt, wodurch ein Wissenspool entstand, an dem alle teilhaben konnten. Der Projektträger konnte bei der Umsetzung auf ein gutes Netzwerk von Landesjugendeinrichtungen zugreifen, was die Realisierung des Projekts erleichterte. Die Workshops zeigten, dass die Neugier der Jugendlichen an der praktischen Nutzung von IKT ungebrochen ist und dass eine stärkere landesweite Vernetzung von Medien-Bildungsinitiativen dazu beitragen kann, diesen Wissensdrang zu stillen.
Die Nachhaltigkeit des Kulturportals ist aufgrund ehrenamtlichen Engagements auch künftig gesichert. Die Projektergebnisse können in einem im Sommer 2007 erscheinenden Buch nachgelesen und auf einer beigefügten DVD angesehen werden.
http://www.near-by.de/
Begleitung der Projektumsetzung
Die Umsetzung der Projekte wurde von der MFG Baden-Württemberg mit Weiterbildungsmaßnahmen, Informationsveranstaltungen, Messeauftritten, einer Projektwebseite und Veröffentlichungen begleitet. Zum Erfahrungsaustausch und zur Vernetzung der einzelnen Projektträger fanden fünf Fachtagungen statt mit mehr als 200 Teilnehmern.
Ergebnisse des gesamten Programms
Die Projekte erreichten an die 15.000 Menschen aus der ländlichen Region Baden-Württembergs. 1.200 Qualifizierungsmaßnahmen wurden von 23 Projektträgern durchgeführt. Die Teilnehmer nutzten nicht allein die Weiterbildungsangebote, die offline angeboten wurden. Sie kommunizierten über online Diskussionsforen oder informierten sich zu IKT-Themen auf den jeweiligen Projektwebseiten. Dies verdeutlicht die wachsende Akzeptanz der Online-Medien als Informations- und Weiterbildungsmedium unter den Bürgern des ländlichen Raums.



